GOTS zertifizierte Bio-Baumwolle am Feld

Zertifiziert guter Stoff: Alles über GOTS

Bio ist auch in der Textilverarbeitung hoch im Kurs – glücklicherweise. Wer sich mit der konventionellen Herstellung von Kleidung und auch Haustextilien beschäftigt, fragt sich schnell: Will ich das eigentlich? Von Umwelt- und Klimaschutz fehlt oft jede Spur.

Aber es gibt Umweltorganisationen, die nachhaltigen Anbau und die verantwortungsvolle Verarbeitung von Textilfasern unterstützen und auszeichnen. Das ist besser für Natur und Mensch – und die Nachfrage nach solchen Bio-Produkten steigt. Einer der weltweit führenden Standards ist der Global Organic Textile Standard, kurz GOTS.
Aber was ist der Global Organic Textile Standard genau? Wofür steht er – und warum setzen wir auf GOTS zertifizierte Bio-Baumwolle? All diese Fragen möchten wir dir gerne beantworten:

Viel Stoff für Kritik:Der konventionelle Anbau

Die Textilindustrie steht leider zurecht immer wieder in der Kritik, Umweltverschmutzung und Klimawandel weltweit maßgeblich voranzutreiben. Deswegen ist es so wichtig, Möglichkeiten zu zeigen, wie es besser geht. Gerade die konventionelle Baumwollindustrie macht durch den enormen Pestizid- und Insektizideinsatz regelmäßig negative Schlagzeilen.

EIN DURSTIGES MATERIAL

Dazu kommt der hohe Bedarf an Wasser, was in Anbauländern wie etwa Indien oder Pakistan oft ohnehin ein knappes Gut ist. Konventionelle Baumwolle für ein einzelnes T-Shirt kann bis zu 2000 Liter Wasser benötigen. Zum Vergleich: Bei einem Bio-Produkt ist der Frischwasserverbrauch circa 90 % niedriger. Unglaublich, oder?

So geht es besser: Die 4 GOTS Schlüsselelemente

Und wie werden Produkte und Betriebe nach GOTS zertifiziert? Dafür wurden vier zentrale Schlüsselelemente bestimmt, mit denen sich der Global Organic Textile Standard als strenges und verlässliches Zertifizierungssystem für Naturtextilien etablieren konnte. Sie legen wichtige Punkte wie Schadstofffreiheit, Arbeitsbedingungen und Ressourceneffizienz fest und müssen entlang der gesamten Produktkette eingehalten werden:

SCHLÜSSELELEMENT NR. 1: BIOLOGISCHE FASERPRODUKTION

Eine häufig gestellte Frage lautet: Können nur Bio-Rohstoffe in GOTS zertifizierten Produkten verwendet werden? Die Antwort darauf ist ein Nein, aber: Der Anteil ist sehr hoch und unterscheidet sich je nach GOTS Produktklassen, von denen es die folgenden beiden gibt:

  • Made with organic materials: Das ist die niedrigere der beiden Produktklassen, die aus mindestens 70 % biologischen Fasern hergestellt sein muss.
  • Organic: Ein Produkt mit dieser Kennzeichnung hingegen muss aus über 95 % biologischen Fasern hergestellt sein. Achte also beim Kauf darauf, zu welcher der beiden Produktklassen das Objekt deiner Begierde gehört.

Die verbleibenden 5 bis 25 % müssen nicht unbedingt Naturfasern, sondern können auch synthetische Materialien sein. Wie Bio genau definiert ist, legt der GOTS übrigens nicht selbst fest. Das erledigt eine Partnerorganisation: Die IFOAM, kurz für International Federation of Organic Agriculture Movements.

SCHLÜSSELELEMENT NUMMER 2: ÖKOLOGISCHE UND SOZIALE KRITERIEN

Optional ist hier nichts: Will ein Unternehmen sein Produkt GOTS zertifizieren lassen, muss es alle Kriterien erfüllen. Nur so kann sichergestellt werden, dass entlang der gesamten Produktkette ökologisch und sozial verantwortlich gearbeitet wurde.

  • Ökologische Kriterien: Sie schreiben beispielsweise vor, welche Farb- und Zusatzstoffe in der sogenannten textilen Nassverarbeitung verwendet werden dürfen. Denn gerade hier, wo auch Färben und Waschen dazuzählen, können viele gefährliche Chemikalien zum Einsatz kommen. Daher ist auch der Umgang mit Abwasser ein besonders wichtiger Punkt bei regelmäßigen Kontrollen.
  • Soziale Kriterien: In diesen Vorgaben ist unter anderem festgehalten, dass GOTS Produkte frei von Zwangs- und Kinderarbeit sind. Außerdem müssen Beschäftigte Lohnverhandlungen führen und sich auf klare Regeln zum Arbeitnehmerschutz verlassen können. Der Jahresbericht 2020 des GOTS verrät, dass weltweit schon über 4,22 Millionen Menschen von diesen Standards profitieren.

Und denk dran: All das, was bei GOTS zertifizierten Textilien ausgeschlossen ist, ist bei vielen konventionellen Produkten möglicherweise drin.

Das war der Übersicht halber übrigens nur eine kleine Auswahl an Kriterien, die für ein GOTS Zertifikat erfüllt werden müssen. Du siehst aber schon: Hier wird darauf geachtet, dass für Umwelt und Mensch vieles besser werden kann.

SCHLÜSSELELEMENT NR. 3: JEDE VERARBEITUNGSSTUFE ZÄHLT

Wer ein Produkt GOTS zertifizieren lassen möchte, muss die Anforderungen schon ab der ersten Verarbeitungsstufe einhalten. Im Falle von Bio-Baumwolle, wie sie unsere Schlaftextilien umgibt, wäre das zum Beispiel das sogenannte Egrenieren: Dabei werden die geernteten Baumwollfasern von den Samen getrennt.

Indem das GOTS Zertifikat die gesamte Produktkette bis zum Handel betrachtet, soll damit endlich ein entschiedener Schritt gegen Greenwashing in der Textilverarbeitung gesetzt werden.

ESCHLÜSSELELEMENT NUMMER 4: ZERTIFIZIERUNG DURCH UNABHÄNGIGE DRITTE

Mindestens einmal jährlich wird geprüft, ob die vergebenen GOTS Zertifikate noch den geltenden Standards genügen. Dafür untersuchen ausgewählte unabhängige Dritte jedes Glied der Produktkette auf die Erfüllung der Standards. Wenn das nicht der Fall ist, müssen die Fehler behoben werden – ansonsten wird das Zertifikat nicht verlängert.

So viele gute Gründe: Unser Baumwollgarn ist GOTS zertifiziert

Für uns war klar: Wenn Baumwolle, dann mit GOTS Zertifikat. Denn in unseren Schlaftextilien sollst du mit gutem Gewissen liegen können. Die Bio-Baumwolle, mit der wir unsere Bettdecken und Kissen beziehen, stammt übrigens aus der Türkei. Nicht nur, weil die Wasserversorgung dort besser gesichert ist als in vielen anderen Produktionsländern – sondern auch wegen des kürzeren Transportweges zu dir. Sieh dich doch mal in unseren Ganzjahresdecken, Sommerdecken und Winterdecken um, wenn du dir jetzt denkst: GOTS? Das will ich auch!
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